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Rücken-Ops besser in Ausbildungskliniken

Patientinnen und Patienten mit einer Wirbelsäulendegeneration mit Deformität leiden nach einer Operation weniger unter Komplikationen, wenn sie sich in einer Klinik behandeln lassen, die Fachärzte ausbildet. Das zeigt eine Studie aus den USA.

Rückenleiden gehören zu den Volkskrankheiten unserer Gesellschaft. Von einer Wirbelsäulendegeneration mit Deformität sind vor allem über 60-jährige Patientinnen und Patienten betroffen. Obwohl operative Behandlungen heutzutage bessere Ergebnisse erzielen, ist eine Operation der Wirbelsäule immer noch mit Risiken verbunden.

Forscher aus den USA haben deshalb den Einfluss der Klinik auf die chirurgische Behandlung von Wirbelsäulendeformitäten wie einer Skoliose, Kyphose oder Lordose untersucht. Hierfür unterteilten die Forscher die Kliniken in zwei Kategorien: in Kliniken mit Facharztausbildung und in Kliniken ohne Facharztausbildung. Die Universitätsklinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Raabe gehört zu den Kliniken mit Facharztausbildung. Sie ist eine vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) zertifizierte Weiterbildungsstätte. Als solche begleitet sie Ärztinnen und Ärzte in ihrer Facharztausbildung.

In Kliniken mit Facharztausbildung liegt die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen nach einer Operation der Wirbelsäule um 11 Prozent tiefer als in Kliniken ohne Facharztausbildung. Besonders signifikant ist der Unterschied bei komplexen Fällen. Als komplexe Fälle gelten in der Studie Wirbelsäulendeformitäten von mindestens acht Wirbeln.

Laut den Forschern sind operative Eingriffe an der Wirbelsäule in Kliniken mit Facharztausbildung sicherer, weil ihre Chirurginnen und Chirurgen sowie das ärztliche und nicht-ärztliche Personal erfahrener sind als in Kliniken ohne Facharztausbildung. Weitere Gründe sehen die Forscher in der hochprofessionellen Ausbildung und in der modernsten Diagnosetechnologie der Ausbildungskliniken.

Für die Studie analysierten De la Garza-Ramos und Kollegen die Daten von 7‘603 amerikanischen Patientinnen und Patienten aus den Jahren 2002–2011. Die Resultate wurden im Juli 2016 in der Zeitschrift Journal of Neurosurgery: Spine veröffentlicht.

Originalquelle:
De la Garza-Ramos, R., Jain, A., Kebaish, K. M., Bydon, A., Passias, P. G., & Sciubba, D. M. (2016). Inpatient morbidity and mortality after adult spinal deformity surgery in teaching versus nonteaching hospitals. J Neurosurg Spine, 25(1), 15-20. doi:10.3171/2015.11.spine151021

Link zur Studie


09.01.2017

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