Rupturiertes Aneurysma und Subarachnoidalblutung - Inselspital Bern - Neurochirurgie

Hauptinhalt

Rupturiertes Aneurysma und Subarachnoidalblutung

Ruptur eines Aneurysmas, meist an einer unregelmässigen Stelle am Aneurysmadom.
Das austretende Blut füllt den Raum an der Schädelbasis und um die Hirngefässe.
Als Folge des Blutes aus den Gefässen treten nach 1-2 Wochen verzögerte Vasospasmen auf (Pfeile), die in einem Hirninfarkt resultieren können (weisser Stern).

Die häufigste und zugleich schwerste Komplikation eines Aneurysmas ist die Ruptur, die zur Subarachnoidalblutung führt. Dabei wird Blut mit arteriellem Druck in den sogenannten Subarachnoidalraum zwischen Gehirn und Schädelbasis gepresst. Bei schweren Fällen tamponiert sich die Blutung so selbst ab, bei leichten Fällen mit Mikroruptur wird das Loch durch die aktivierte Blutgerinnung wieder verschlossen. Das typische klassische Zeichen der Subarachnoidalblutung ist der schlagartige, heftigste Kopfschmerz in einer bis dahin vom Patienten noch nicht erlebten Intensität. Bei schweren Fällen treten Sekunden später eine Bewusstlosigkeit oder ein Krampfanfall auf. Bis zu 15 % aller Blutungen verlaufen bereits in den ersten Stunden tödlich. Überlebt der Patient die Blutung, bleibt trotzdem bei mehr als der Hälfte der Betroffenen eine dauerhafte Schädigung. Für Patienten mit nur geringen Beschwerden ist die Prognose gut, wenn sie unverzüglich in ein Behandlungszentrum gebracht werden. Wie bei jedem Hirnschlag gilt auch bei der Subarachnoidalblutung: «Verlorene Zeit ist verlorenes Gehirn».

Nach einer Ruptur sollte das Aneurysma innerhalb von 1-2 Tagen durch einen endovaskulären Aneurysmaverschluss (Coiling) oder eine mikrochirurgische Operation (Klippung) ausgeschaltet werden.

Trotz der Behandlung des Aneurysmas ist der Subarachnoidalraum weiterhin mit Blut aufgefüllt, das sich nur langsam auflöst. Die grossen Hirngefässe mit Blutkontakt verengen sich regelmässig nach 3-7 Tagen. Dieser Gefässspasmus löst sich erst nach etwa 2 Wochen. Während dieser Zeit besteht das Risiko für eine nochmalige Verschlechterung durch einen vasospasmusbedingten Hirninfarkt, der bei circa 10-20 % aller Patienten auftritt. Wache Patienten erleiden diesen Hirninfarkt seltener, komatöse Patienten häufiger. Deshalb sind eine intensive Überwachung, medikamentöse Prophylaxe sowie Betreuung durch erfahrene ärztliche und Pflegespezialisten auch nach dem Aneurysmaverschluss notwendig.

Am Inselspital ist das neurochirurgische und intensivmedizinische Team spezialisiert auf die oft schwierige Überwachung, Vorbeugung und Behandlung eines Vasospasmus. Die optimale Behandlung der Aneurysmen ist einer der grossen Forschungsschwerpunkte.

zurück zu Aneurysmazentrum

Created by snowflake productions gmbh