Dermoid und Epidermoid - Inselspital Bern - Neurochirurgie

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Dermoid und Epidermoid

Kernspintomographie eines Epidermoids im Kleinhirnbrückenwinkel links.
(Bild: Inselspital, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie)

Klinische Bedeutung

Dermoide und Epidermoide sind seltene (0.3 % bzw. 1 % aller Hirntumore) gutartige, langsam wachsende Tumore und treten meist zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr auf. Epidermoide sind angeboren und entstehen aus versprengten embryonalen Epidermiszellen der Haut. Die ebenfalls langsam wachsenden Dermoide entstehen aus Hautzellen und enthalten Hautanhangsgebilde wie Haare, Drüsen oder auch Anlagen für Zähne.

Symptomatik

Klinisch manifestieren sich die Symptome langsam durch lokale Verdrängungserscheinungen, da die an Grösse zunehmenden Tumore auf das umliegende gesunde Hirngewebe übergreifen oder Hirnnervenausfälle bewirken. Abhängig von ihrer Lokalisation führen sie zu unterschiedlicher Symptomatik. Bei Entleerung des cholesterinhaltigen Kapselinhalts kann es zu aseptischen Hirnhautentzündungen kommen mit Symptomen von Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit.

Diagnostik

Die Diagnose wird mit bildgebenden Verfahren (CT, MRI) erhärtet und mit einer Gewebeanalyse gesichert.

Behandlung

Die Therapie der Wahl ist die komplette mikrochirurgische Entfernung. Bei sehr enger Beziehung zu kritischen lebenswichtigen Hirnarealen oder Hirngefässen kann es aus Sicherheitsgründen erforderlich sein, die Kapsel an der Grenze zu diesen Strukturen zu belassen, wobei diese kleinen Reste sich oft abgrenzen und nicht mehr nachwachsen. Nur selten nehmen sie im Laufe der Zeit an Grösse wieder zu und machen eine erneute Operation notwendig. Operationstechniken wie das Neuromonitoring können die Funktion benachbarter Nerven oder Hirnzentren überwachen. Eine Bestrahlung nach der Operation wird nicht durchgeführt, da der Tumor gutartig ist und die Bestrahlung selbst ein Tumorrezidiv nicht verhindert.

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