Lipom - Inselspital Bern - Neurochirurgie

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Lipom

Klinische Bedeutung

Abbildung 1: Spinales Lipom im Wirbelkanal
Abbildung 2: Intrakranielle Lipom im Kopf

Lipome sind gutartige Tumore des Fettgewebes, welche durch «Versprengung» von Keimzellen in der Entwicklungsphase entstehen (Hamartome). Sie kommen häufig im subkutanen Gewebe vor, gelegentlich aber auch im Wirbelkanal (spinale Lipome) Abbildung 1 und selten im Kopf (intrakranielle Lipome) Abbildung 2. Sie werden meistens als Zufallsbefund diagnostiziert, können aber auch je nach Lage symptomatisch werden.

Symptomatik

Intrakranielle Lipome können je nach ihrer Lokalistation verschiedene Symptome verursachen wie z.B. epileptische Anfälle, Kopfschmerzen oder einen Hydrocephalus.

Spinale Lipome können durch Druck auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark ausstrahlende Schmerzen in Armen oder Beinen, Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen, Gangunsicherheit oder Störungen von Blasen- und Mastdarmfunktion verursachen.

Häufigkeit und Risikogruppen/Ursachen

Spinale und intrakranielle Lipome sind relativ selten und sind oft ein Zufallsbefund. Intrakranielle Lipome können im Rahmen von Anlagestörungen z.B. des Corpus callosum (Balken, der beide Hirnhälften verbindet) vorkommen und sind dann zwischen den beiden Hirnhälften lokalisiert. Sie können aber auch an anderen Stellen intrakraniell vorkommen. Spinale Lipome können spontan auftreten, manchmal aber auch im Zusammenhang mit einem Übergewicht. Sie liegen meistens innerhalb der Dura (harte Hirnhaut) und ausserhalb des Rückenmarks. Von symptomatischen spinalen Lipomen betroffen sind meistens Menschen in der 2., 3. oder 5. Lebensdekade.

Diagnostik

Sowohl intrakranielle als auch spinale Lipome sind mittels CT und/oder MRI zu diagnostizieren. Bei Kleinkindern besteht noch die Möglichkeit eines Ultraschalles des Kopfes. Meistens werden Lipome jedoch als Zufallsbefund im Rahmen dieser Untersuchungen entdeckt.

Behandlung

Sollte es sich um einen Zufallsbefund eines intrakraniellen oder spinalen Lipoms handeln, besteht in der Regel kein Handlungsbedarf. Muss operiert werden, da das Lipom Symptome verursacht, ist eine Volumenreduktion durch eine schonende mikrochirurgische Operation die Therapie der ersten Wahl. Oftmals sind Nerven oder das Rückenmark im Lipom eingewachsen. Da Lipome aber nur langsam wachsen kann man durch die genannte Grössenreduktion meist eine schonende und dauerhafte Rückbildung der Symptome erreichen. Um die grösstmögliche Sicherheit während der Operation zu gewährleisten operieren wir Lipome mit Beteiligung von Nerven und/oder Rückenmark unter Neuromonitoring. Kann das Lipom leicht entfernt werden, ist das zugleich auch die Heilung des Patienten. Da die Lipomzellen als Fettspeicher oft proportional zum Körpergewicht wachsen, ist auch durch eine Gewichtsabnahme eine Besserung der Symptomatik möglich.

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