ICG-Infrarot Angiographie - Inselspital Bern - Neurochirurgie

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ICG-Infrarot Angiographie

Oben: Restdurchblutung des Aneurysmas. Unten: Gefässverschluss. Beides kann intraoperativ mit der ICG Angiographie erkannt und behandelt werden.
Aneurysma der mittleren Hirnarterie im sichtbaren Licht (rechts) und bei der Darstellung der Durchblutung mit der ICG Infrarot Angiographie (links).

Mehr Sicherheit bei Hirngefäss-Operationen bietet die ICG-Infrarot Angiographie. Sie erlaubt eine schnelle Kontrolle der Durchblutung während der Operation ohne Röntgenstrahlen. Der Chirurg kann innerhalb von 2 Minuten komplett die sichtbaren Gefässe untersuchen und – wenn nötig – handeln.

Methodisch beruht diese Untersuchung auf einer Infrarot-Angiographie, bei der ein unsichtbares Licht mit einer Wellenlänge von circa 800 nm vom Operationsmikroskop auf die Hirnoberfläche gerichtet wird. Nach intravenöser Eingabe gelangt ein spezieller Farbstoff mit dem Blutstrom in das Operationsgebiet und fluoresziert – also leuchtet – ebenfalls im Infrarotlicht. Dieses Licht wird von einer Kamera im Operationsmikroskop aufgenommen und gefilmt. Der Farbstoff ICG = Indozyaningrün wird in der Augenheilkunde seit mehr als 40 Jahren verwendet und hat nun die vaskuläre Neurochirurgie erobert.

Die ICG-Angiographie wurde von Prof. Raabe in die Neurochirurgie eingeführt und gemeinsam mit Prof. Spetzler aus Phoenix/Arizona weiterentwickelt und in einer internationalen prospektiven kontrollierten Studie an mehr als 100 Patienten untersucht. Dabei zeigte die ICG-Angiographie bei fast 10 Prozent der Operationen einen Befund, der die weitere Operation beeinflusste (Raabe A. et al. Prospective evaluation of surgical microscope-integrated intraoperative near-infrared indocyanine green videoangiography during aneurysm surgery. Journal of Neurosurgery 2005; 103:982-989). Dieses neue Verfahren erhöht somit die Sicherheit während einer neurochirurgischen Gefässoperation.

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