Intraoperative Bildgebung - Inselspital Bern - Neurochirurgie

Hauptinhalt

Intraoperative Bildgebung

Es ist wahrscheinlich, dass in Zukunft wesentlich häufiger eine Ergebnis- und Qualitätskontrolle während der Operation – wenn eine Korrektur noch möglich ist – statt nach der Operation erfolgen wird. Je nach Operation werden unterschiedliche Bildgebungsverfahren benötigt, die oft mit einer Navigation für den Operateur verbunden sein müssen. Die Zahl der Indikationen und Veröffentlichungen über den Nutzen dieser Verfahren wächst ständig. Auch die neuen Verfahren der molekularen Bildgebung werden zur optimalen chirurgischen Nutzung eine intergrierte Navigationsumgebung erfordern.  

Es gibt dabei kein «bestes Verfahren» sondern verschiedene Methoden der intraoperativen Bildgebung for jeweils unterschiedliche Ziele. Zu ihnen zählt der Ultraschall, die Computertomographie, die Kernspintomographie, die Fluoreszenzbildgebung mit 5-ALA und Infrarot 800 (ICG-Angiographie), die intraoperative Röntgenkontrolle und die intraoperative digitale Angiographie. Ihnen ist gemeinsam, dass während der Operation  mit oder ohne Transport des schlafenden Patienten eine Diagnostik erfolgt und die Informationen für die weitere Strategie der Operation verwendet werden können. Intraoperative Bildgebung hilft, Hirntumore komplett zu entfernen oder den Erfolg bei der Ausschaltung von Gefässmissbildungen oder Aneurysmen zu überprüfen. 

Der intraoperative Betrieb eines Bildgebungverfahrens ist an eine hohe Expertise gebunden. Die in den meisten Kliniken baulich nur nachträgliche Installation und der Betrieb unter diesen Bedingungen verursacht hohe Kosten. Alternativ wird daher teilweise ein Gerätekompromiss akzeptiert wie z.B. mit einem MRT-Niederfeldsystem in der Neurochirurgie, dessen Bildgebungsqualitäten aber unter dem üblichen Standard sind.

Die Anschaffung eines qualitativ hochwertigen Großgerätes für nur eine Fachdisziplin ist ökonomisch kaum zu verantworten und vergibt aus klinischer, technischer und wissenschaftlicher Sicht viele Möglichkeiten. Andererseits ist absehbar, dass neue Zukunftstechnologien im OP wie z.B. Robotik oder PET-CT oder PET-MR auf einer intraoperativen Plattform aus Bildgebung und Navigation aufsetzen werden.

Ein optimales Konzept kann am besten im Rahmen eines Neubaus eines speziellen OP-Bereiches wie im INO des Inselspitals realisiert werden. Es ist Ziel, Chirurgen der unterschiedlichsten Fachrichtungen die Bildgebung ihrer Wahl bereitzustellen, Patienten ein besseres Operationsergebnis und mehr Sicherheit zu bieten, eine Stärkung von Wissenschaft und Forschung zu ermöglichen, den Operationssaal für zukünftige medizintechnische Entwicklungen auszurüsten und dabei trotzdem ökonomische Verantwortung zu zeigen.

Created by snowflake productions gmbh