Medikamentenpumpe gegen Schmerzen - Inselspital Bern - Neurochirurgie

Hauptinhalt

Medikamentenpumpe

Die Medikamentenpumpe ist eine alternative Therapieoption zur Behandlung von therapieresistenten chronischen Schmerzen, wie auch zur Behandlung einer schweren Spastik. Dabei werden die Medikamente über einen Katheter direkt im Bereich des Rückenmarks verabreicht. Das Therapieverfahren gehört wie die Rückenmarkstimulation oder die Spinalganglionstimulation zu den Verfahren die unter dem Begriff der Neuromodulation zusammengefasst werden.

Anwendungsbereiche für eine Schmerzpumpe sind:

Was sind die Vorteile einer Medikamentenpumpe?

Chronische Schmerz- und Spastikpatienten müssen oft hohe Dosen an Medikamenten einnehmen, um ihre Beschwerden zu lindern. Je nach Medikament kann mit der Zeit ein gewisser Gewöhnungseffekt eintreten, der dazu führt, dass immer noch höhere Dosen benötigt werden. Dies führt zu vermehrten Nebenwirkungen und Medikamentenabhängigkeit, was die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigt. Beispielsweise führen Opiate in hohen Dosen zu Verstopfungen, Müdigkeit und Benommenheit und können sogar den Schmerz verstärken, was als Opiat induzierte Hyperalgesie bezeichnet wird.

Die Medikamentenpumpe hat den Vorteil, dass viel geringere Dosen an Medikamenten benötigt werden, um den gewünschten schmerz- oder Spastik lindernden Effekt zu erzielen. Die orale Dosis kann so erheblich reduziert oder sogar abgesetzt werden.
Die Medikamentenpumpe muss in regelmässigen Abständen gefüllt werden. Die Pumpenfüllung erfolgt ambulant mit einem kleinen Nadelstich durch die Haut.

In wenigen Fällen können Komplikationen auftreten:

  • Katheterverstopfung, -abknickung, -leck oder sogar -abriss
  • Medikamentenüber- oder -unterdosierung
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verlust von Hirnwasser
  • Komplikationen bei der Pumpenfüllung

Wie wird die Medikamentenpumpe implantiert?

Im Operationssaal wird ein temporärer Katheter in Vollnarkose über einen kleinen Stich in den Rückenmarkskanal eingeführt und an eine externe Pumpe angeschlossen.
Bei der Spastik ist die Testphase je nach Ausprägung unterschiedlich lange. Bei ausgeprägter Spastik kann die Testphase mit einer Rehabilitation kombiniert werden. Spricht der Patient nicht auf die Therapie an, wird der Katheter wieder gezogen. Profitiert der Patient von der Behandlung, erfolgt nach frühestens drei Wochen die definitive Implantation des Katheters und der Pumpe in Vollnarkose. Die Pumpe wird im Bauchbereich implantiert. Im Anschluss an die definitive Implantation erfolgt eine intensive Rehabilitation. Die Dauer der Hospitalisation beträgt jeweils für die Testphase und die definitive Implantation zwei bis drei Tage.
In der Schmerzbehandlung wird zwischen Tumorschmerzen und sonstigen Schmerzen unterschieden. Bei Patienten mit Tumorschmerzen wird die Medikamentenpumpe ohne vorgängige Testphase direkt unter Vollnarkose implantiert. Bei Patienten mit sonstigen Schmerzen erfolgt der Implantationsprozess analog der Spastik mit fakultativer Rehabilitation.

Wie sieht die Nachsorge der Medikamentenpumpe aus?

Die Patienten kommen nach zwei Wochen zu uns in die Klinik zur Fadenentfernung und zur Wundkontrolle. Nach sechs Wochen erfolgt die klinische postoperative Kontrolle. Weitere Kontrollen finden im Rahmen der regelmässigen Pumpenfüllungen statt.

Created by snowflake productions gmbh