Beim sogenannten Failed-Back-Surgery-Syndrom handelt es sich um anhaltende oder neu auftretende Rückenschmerzen nach einer Wirbelsäulenoperation. Wundschmerzen direkt nach der Operation sowie Schmerzen in den ersten Tagen und Wochen nach dem Eingriff sind häufig und gehören zum normalen Heilungsverlauf. Sie zählen nicht zu diesem Krankheitsbild. Von einem Failed-Back-Surgery-Syndrom spricht man erst, wenn Schmerzen über längere Zeit bestehen bleiben oder nach einer zunächst erfolgreichen Operation erneut auftreten.
Wie kommt es zu einem Failed-Back-Surgery-Syndrom?
Patienten, die ein Failed-Back-Surgery-Syndrom entwickeln, wurden aufgrund von Rücken- und/oder Beinschmerzen ein- oder mehrmals am Rücken operiert. Trotz Rückenoperation, leiden 10–40 % der Operierten danach immer noch unter Schmerzen. Woher der Schmerz kommt, ist meistens nicht bekannt.
In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Rückenoperationen rasant gestiegen. Mit jeder weiteren Rückenoperation nimmt die Erfolgsrate ab:
- 70–90 % nach der ersten Operation
- 30 % nach der zweiten Operation
- 15 % nach der dritten Operation
- 5 % nach der vierten Operation
Je länger Patienten unter einem Failed-Back-Surgery-Syndrom leiden, desto schwieriger ist die Behandlung. Zu den chronischen Rückenschmerzen können komplizierend Stress, vermindertes Selbstwertgefühl, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme und Depression hinzukommen. Der Leidensdruck bei einem Failed-Back-Surgery-Syndrom ist vergleichbar mit einer chronischen Herzinsuffizienz oder einer Krebserkrankung.
Wie kann das Failed-Back-Surgery-Syndrom behandelt werden?
Das Failed-Back-Surgery-Syndrom kann konservativ, interventionell oder mit einer Neuromodulation behandelt werden. Bei uns werden Patienten, die eine lange Leidensgeschichte haben, interdisziplinär untersucht, um ihnen eine auf sie zugeschnittene Therapie anbieten zu können.
Konservative Therapie
Der wichtigste therapeutische Ansatz ist das Trainieren der Muskulatur. Dazu kann Physiotherapie helfen, je nach Befund kombiniert mit Schmerzmitteln oder einer psychosomatischen Schmerztherapie.
Interventionelle Schmerztherapie
Wenn die konservative Behandlung der Schmerzen nicht wirkt, können Methoden der interventionellen Schmerztherapie angewendet werden. Dazu gehören eine gezielte Infiltration, eine gezielte Stromtherapie mit Radiofrequenz (Radiofrequenzablation) oder eine Thermokoagulation, bei der minimalinvasiv eine Kanüle mit einem feinen Draht direkt an die schmerzleitende Nervenstruktur geleitet und die Nervenfaser gezielt verödet wird.
Neuromodulation
Die Neuromodulation beeinflusst die Weitergabe von Nervenimpulsen durch Strom oder durch Medikamente. Wenn konservative Therapien für das Failed-Back-Surgery-Syndrom keine Besserung bringen, kann eine Rückenmarkstimulation durchgeführt oder eine Medikamentenpumpe eingesetzt werden.