Rathke-Zyste

Eine Rathke-Zyste oder auch Rathke’sche Zyste ist eine gutartige Zyste im Gehirn. Es handelt sich dabei um einen Überrest aus der embryonalen Entwicklung der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), der sich nicht zurückgebildet hat. Wenn die Rathke-Zyste klein ist und keine Symptome verursacht, braucht es keine Therapie. Wenn sie allerdings Druck auf benachbarte Hirnstrukturen ausübt, können Beschwerden auftreten. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Symptome eine Rathke-Zyste verursachen kann und wie wir Ihnen am Inselspital helfen können, um diese zu behandeln.

Wie entsteht eine Rathke-Zyste?

Die Rathke-Zyste ist eine Fehlbildung aus Resten der Rathke-Tasche, die sich normalerweise im Rahmen der Embryonalentwicklung der Hypophyse vollständig zurückbildet. Rathke-Zysten sind angeboren und haben meist ihren Ursprung im Mittelteil der Hypophyse. Sie können im Laufe des Lebens an Grösse zunehmen und sich in verschiedene Richtungen ausdehnen.

Wie häufig ist eine Rathke-Zyste?

Rathke-Zysten sind gar nicht so selten und werden oft zufällig entdeckt. Die Prävalenz in der Bevölkerung beträgt ca. 13–23 %. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, etwa im Verhältnis 2:1.

Welche Symptome verursacht eine Rathke-Zyste?

Die meisten Rathke-Zysten sind klein und asymptomatisch. Wenn sie wachsen und auf angrenzende Hirnbereiche Druck ausüben, können folgende Symptome auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen und/oder Gesichtsfeldeinschränkungen durch Kompression der Sehnerven
  • Hormonstörungen durch Kompression der Hypophyse

Wie wird eine Rathke-Zyste diagnostiziert?

Eine Magnetresonanztomografie (MRT oder MRI von Magnetic Resonance Imaging) ist das diagnostische Verfahren der ersten Wahl. Das MRI-Bild gibt Informationen über Lokalisation und Ausdehnung der Zyste. Bei Patienten mit einer grösseren Zyste ist eine endokrinologische Abklärung ratsam, um mögliche hormonelle Störungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Wenn das MRI-Ergebnis zeigt, dass die Zyste Kontakt zum Chiasma opticum hat, also der Stelle, an der die Sehnerven kreuzen, wird zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung organisiert. Der Augenarzt kann Visus- und Gesichtsfeldeinschränkungen erkennen und quantifizieren. Diese bleiben von den Betroffenen meist lange unbemerkt.

Wie wird eine Rathke-Zyste behandelt?

Bei kleinen asymptomatischen Rathke-Zysten veranlassen wir eine Verlaufskontrolle mittels MRI im Intervall von 6–12 Monaten, um eine Grössenzunahme auszuschliessen. Sehr kleine Zysten (< 5 mm) bedürfen keiner Kontrolle.

Wenn eine Rathke-Zyste Beschwerden verursacht, ist die chirurgische Therapie indiziert. Die Operation wird in der Regel über einen transnasalen transsphenoidalen Zugang operiert. Der Eingriff kann im Inselspital mikrochirurgisch, endoskopisch assistiert oder vollendoskopisch durchgeführt werden. Da die Zystenwand häufig stark an den umgebenden Strukturen wie Hypophysenstiel oder Chiasma opticum angewachsen ist, macht man meist eine Teilresektion oder eine Fensterung der Zyste.

Mögliche Komplikationen nach Resektion einer Rathke-Zyste sind in erster Linie Störungen des Elektrolyt- und des Hormonhaushalts. Diese Störungen sind meistens vorübergehend. In der postoperativen Phase werden die Blutwerte und der Wasserhaushalt engmaschig kontrolliert. Gegebenenfalls müssen Hormone medikamentös substituiert werden. Rathke-Zysten rezidivieren gar nicht selten, so dass ein erneuter Eingriff im Verlauf der Zeit notwendig werden kann.

Warum Sie sich am Inselspital behandeln lassen sollten

Unser spezialisiertes neurochirurgisches Team verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Behandlung von Rathke-Zysten. Wir arbeiten dabei eng mit den Abteilungen der Endokrinologie und der Ophthalmologie zusammen, um eine umfassende und qualitativ hochwertige Betreuung unserer Patienten vor, während und nach der Operation zu gewährleisten. Für jeden einzelnen Patienten wird die für ihn bestmögliche Behandlungsstrategie festgelegt. Dies geschieht im Rahmen unseres interdisziplinären Hypophysen-Boards, wo der individuelle Therapieplan erarbeitet wird.

Für die Operation selbst nutzen wir innovative technische Verfahren wie die Neuronavigation und das sogenannte intraoperative Neuromonitoring. Diese neuen Errungenschaften sind ein Garant für maximale Präzision bei der Operation und höchste Sicherheit für unsere Patienten.

Weiterführende Literatur