Operationsbereich

Operationssäle

Der Operationsbereich mit 4 Operationssälen ist das Herz unserer Klinik. Unser OP-Team umfasst Anästhesisten, Experten der Narkose- und Lagerungspflege sowie hochqualifizierte OP-Fachpflegende, die bei Operationen eine professionelle Assistenz gewährleisten.

Unser Status als Universitätsspital und Operationszentrum ermöglicht eine Ausstattung mit modernsten Technologien. Wir können deshalb neue Operationstechniken frühzeitig einführen und innovative intraoperative Verfahren mit der notwendigen Erfahrung bereitstellen, um die drei grossen Prinzipien der modernen Neurochirurgie umzusetzen: minimale Invasivität, maximale Sicherheit und erforderliche Radikalität.

Eine besondere Rolle spielen Verfahren zur Bilddarstellung während der Operation, wie Ultraschall, Fluoreszenztechniken, aber vor allem auch die Bilduntersuchungen wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT oder MRI von engl. Magnetic Resonance Imaging) durch Grossgeräte mit der besten Bildqualität. Die intraoperative Bildgebung erlaubt im Gegensatz zur subjektiven Einschätzung des Operateurs eine objektive Darstellung des Operationserfolgs und ist somit die höchste Qualitätskontrolle.

Warum führt man in speziellen Fällen eine Bildgebung während der Operation durch?

Sowohl Tumoren als auch Funktionen im Gehirn sind für den Operateur oft nicht mit dem blossen Auge oder unter dem Operationsmikroskop sichtbar und lokalisierbar. An der Wirbelsäule werden Schnitte durchgeführt oder Cages gelegt oder Schrauben an Stellen in der Tiefe eingebracht, die für den Chirurgen nicht mehr einsehbar sind. Trotz sorgfältigster Planung kann deshalb bei einer Operation Restgewebe eines Tumors zurückbleiben oder eine Schraube oder ein Cages falsch gelegt werden. Deshalb gehört die Kontrolle mit einer Bildgebung nach der Operation oft zum Standard und kann bei einem entsprechenden Befund zur Entscheidung einer Revisionsoperation führen. Bei ausgewählten Operationen ist es sinnvoll, diese Ergebniskontrolle noch während der Operation durchzuführen, wenn eine Korrektur des Resultats noch möglich ist.

Welche intraoperative Bildgebung wird bei welcher Operation angewendet?

Eine Bildgebung mit dem CT, MRI oder der intraoperativen digitalen Subtraktionsangiografie wird nur bei speziellen Operationen angewendet, bei denen eine gewisse Wahrscheinlichkeit eines suboptimalen Ergebnisses trotz bester Planung besteht. Diese direkte Auswirkung auf die Qualität der Operation ist dabei nicht bei jeder Operation zu erwarten, sie hilft vielmehr, die Rate von Operationen mit optimalem Ergebnis zu komplettieren.

Intraoperative Computertomografie (iCT)

Ein iCT wird zur Darstellung von knöchernen Strukturen verwendet. Dies betrifft am häufigsten Operationen an der Wirbelsäule. Dabei muss der Chirurg oft Schrauben in die biomechanisch stabilste Stelle eines einzelnen Wirbels setzen, um eine kurz- oder langstreckige Stellungskorrektur und Stabilisierung zu erreichen. Die intraoperative Bildgebung hilft, diese Schrauben optimal zu platzieren und andere Korrekturschritte zu überwachen.

Intraoperative Magnetresonanztomografie (iMRI)

Die intraoperative MRI ist das von uns am häufigsten bei der Operation von Hirntumoren eingesetzte Verfahren. Obwohl jede Operation mit einer präzisen Vorplanung und mit Navigation durchgeführt und der Patient damit «gläsern» gemacht wird, kommt es während der Operation zu Verschiebungen von Gehirnanteilen, weil Tumorgewebe entfernt wird. So kann am Ende der Operation in der Tiefe noch Resttumor verbleiben, wenn dieser nicht sichtbar ist. Ein intraoperatives MRI dient als Echtzeitdarstellung und kann möglichen Resttumor. Mit den aktualisierten Bildern wird der Chirurg, wiederum durch Navigation gesteuert, punktgenau an diese Stelle geführt.

Intraoperative digitale Subtraktionsangiografie (iDSA)

Die Darstellung der Gefässe und Gefässerkrankungen mit Kontrastmittel während der Operation dient der Beurteilung, ob z. B. ein Aneurysma oder eine arteriovenöse Malformation komplett ausgeschaltet wurden und die normalen Hirngefässe unbeeinträchtigt geblieben sind. Vor allem bei komplexen Befunden führt diese Methode in 20 % der Fälle zu einer Korrektur des Clips, der das Aneurysma verschliesst. Ein OP-Saal mit iDSA wird auch als Hybrid-OP bezeichnet, weil Kardiologie und Herzchirurgie oder Neurochirurgie und Neuroradiologie jeweils gemeinsam operieren können.

Was ist Neuronavigation?

Der Begriff der Neuronavigation beschreibt die computerassistierte Übertragung von dreidimensionalen Bilddaten eines Patienten auf das aktuelle oder zukünftige Operationsfeld vor oder während einer Operation. Man kann die Neuronavigation darum auch mit einem GPS-System vergleichen. Das Bild des Gehirns des Patienten wird auf den realen Kopf des Patienten projiziert. Auf diese Weise kann der Chirurg «in den Patienten hineinschauen» und diese Bilder mit den Instrumenten oder dem Operationsmikroskop in Beziehung setzen. Es ist ihm so möglich, Instrumente millimetergenau zu einem Punkt im Gehirn zu navigieren, der für ihn anders nicht sichtbar wäre. Da während einer Tumorentfernung eine leichte Verschiebung des Gehirns auftritt, benötigt man in einigen Fällen für eine hohe Präzision und das Aufspüren kleiner Tumorreste ein neues MRI-Bild während der Operation.

Augmented Reality bei Operationen am Gehirn und an der Wirbelsäule

Wie bereits erwähnt, liegen Strukturen, Tumoren und Funktionszentren in der Tiefe des Gehirns versteckt und sind für das blosse Auge nicht sichtbar. Das Gleiche gilt auch für Nerven oder Blutgefässe, die eingebettet und verborgen im Gewebe verlaufen. Wenn man sehr scharfe MRI- oder CT-Bilder in hoher Auflösung benutzt, lassen sich die Lage des Tumors oder der Verlauf von Gefässen oder Nerven in einem 3D-Modell darstellen. Wird dieses 3D-Modell exakt auf den Kopf des Patienten projiziert, kann man diese Daten in eine Augmented-Reality-Brille einspiegeln. Der Chirurg sieht dann beim Blick auf den Patienten nicht nur dessen Bild, sondern auch die Überlagerung durch unsichtbare Strukturen. Man spricht von der sogenannten Mixed Reality, also einer Mischung aus Wirklichkeit (der Patient) und Bild (der Tumor oder das Gefäss). Dieses Verfahren ist für den Chirurgen äusserst hilfreich, da er so genau über die Lage wichtiger Strukturen des Gehirns oder der Wirbelsäule informiert ist.

Zurzeit nutzen wir die Augmented Reality täglich mehrfach bei Routineoperationen an, indem wir die Strukturen in das Okular des Operationsmikroskopes einblenden. Aktuell forschen wir an der Verbesserung des Verfahrens. Ziel ist es, die Augmented Reality vom Operationsmikroskop loszulösen. Mit einer speziellen AR-/VR-Brille könnte man diese Technologie auch ohne Mikroskop nutzen. Dies wäre bei Operationen an der Wirbelsäule hilfreich, bei denen der Chirurg den Bandscheibenvorfall oder eine Einengung millimetergenau erfassen und den kleinstmöglichen Zugang anwenden könnte. Wir sehen ein grosses Potenzial in dieser Technik.

Augment IT: HoloLens Experience für das Inselspital in Bern

SRF-Sendung vom 28.11.2018, Beitrag der Sendung «Schweiz aktuell»: Augmented Reality in der Neurochirurgie.

Das Inselspital-Konzept: Hochpräzisionsoperationen

Am Inselspital wurde ein Operationskonzept realisiert, dass es jedem Fachgebiet ermöglicht, eine optimale Bildgebung während der Operation durchzuführen. Dazu wurden alle 3 grossen Modalitäten verbaut: MRI, CT, und Angiografie. Diese Hochpräzisionssäle werden gemeinsam und variabel nach Bedarf genutzt. Jedes Gerät in den Operationssälen ist mit einer Navigation verknüpft. Diese Plattform wurde bewusst offen gestaltet, um der Erforschung und Entwicklung neuer innovativer Operationsverfahren Raum zu geben.